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Landesgeschäftsstelle Leipzig / Nr. 36 / 06. November 2009 Diese Straße darf so, wie derzeit geplant, nicht gebaut werden!Scharfe Kritik des NABU Sachsen an den Planungen für die Bundesstraße B 87nDer vom Autobahnamt geplante Neubau der Bundesstraße B 87n zwischen Leipzig-Ost über Eilenburg und Torgau bis zur brandenburgischen Grenze wird auch vom NABU Sachsen kategorisch abgelehnt. „Den massiven Protesten von Anwohnern, Landwirten, Künstlern, anderen Umweltverbänden und den Kirchen, die den Verlust an Natur- und Lebensqualität nicht hinnehmen wollen, schließen wir uns vorbehaltlos an“, so Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU Sachsen, „diese Straße darf so, wie derzeit geplant, nicht gebaut werden – egal in welcher Variante!“ Bernd Heinitz weiter: „Während einige Politiker der CDU und SPD vom kommenden Wirtschaftsboom sprechen, zeigen Zahlen, die für die Länder Sachsen, Thüringen und Bayern von unabhängigen Instituten erhoben worden sind, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit des Straßennetzes und der Ansiedlung von Wirtschaft gibt. Der Haupteffekt der Umsetzung dieses Projektes einer B 87n mit Autobahncharakter wäre die Zerstörung einer bislang weitgehend unberührten und unversiegelten Landschaft in der Region Leipzig. Diese Tatsache sowie die über 2000 Einwendungen von Bürgern, Benefizkonzerte in Kirchen, Plakate an Häusern, das riesige Interesse an vom NABU organisierten Veranstaltungen – das alles darf von der Behörde, die entscheiden wird, nicht ignoriert werden.“ Der NABU Sachsen hat sich in einer ausführlichen Stellungnahme ebenfalls zu den Planungen geäußert und macht eine Vielzahl von Einwänden geltend: Regionale Grünzüge mit ihren unterschiedlichen ökologischen Funktionen würden in nicht ausgleichbarer Weise zerschnitten, ebenso die bisher unzerschnittenen störungsarmen Räume, die unter anderem wichtige Retentionsräume für den Wasserhaushalt darstellen. (Solche Räume gibt es im Freistaat Sachsen nur noch 31 mit einer Gesamtfläche von 2181 km², also 11,8 % der Landesfläche.) Vorranggebiete für Natur und Landschaft, unerlässlich für die Erholung der Bürger, sowie die einzigartige, geomorphologisch höchst bedeutsame Endmoränenlandschaft zwischen Taucha und Eilenburg würden dem Straßenbau geopfert. Hinzu kommen nicht kompensierbare Beeinträchtigungen für nach sächsischem Naturschutzrecht ausgewiesene Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie für Schutzgebiete von europäischem Rang, Flora-Fauna (FFH) -Schutzgebiete und europäische Vogelschutzgebiete (SPA). Hier sind Tiere und Pflanzen zu finden, deren Lebensräume erhalten und verbessert werden müssen, wenn das rasante Artensterben wie geplant bis 2010 gestoppt, die biologische Vielfalt und Bewahrung der biologischen Ressourcen Sachsens gesichert werden sollen. Zu den Kritikpunkten des NABU gehört auch, dass die bisherigen Erhebungen zu den Naturschutzgütern mit den angewendeten Methoden nicht zu belastbaren, fachlich akzeptablen Ergebnissen geführt haben und nach Ansicht des NABU rechtlich bedenklich sind. Zudem bedarf die Planfortschreibung auch einer Strategischen Umweltverträglichkeitsprüfung, da die Möglichkeit einer kumulativen Wirkung des Straßenbauvorhabens zusammen mit weiteren Planungen gegeben ist. Nicht zuletzt muss der demografischen Entwicklung, also dem dramatischen Rückgang der Bevölkerung, Rechnung getragen werden. „Das Land Brandenburg hat dies erkannt und wird die Straße auf der Landesfläche Richtung Polen nicht weiter ausbauen. Ein entsprechendes Umdenken erwarten wir auch von der sächsischen Politik und Verwaltung“, so Bernd Heinitz abschließend. Herausgeber: NABU Landesverband Sachsen e. V., Löbauer Str. 68, 04347 Leipzig Redaktion: Ursula Dauderstädt Telefon: 0341 2333130 Telefax: 0341 2333133 Web: www.NABU-Sachsen.de | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. |
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