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Landesarbeitsgruppe (LAG) Malakologie DresdenKontaktInteressierte Mitstreiter sind jederzeit willkommen. Auf speziellen Workshops, gemeinsamen Exkursionen oder individuellen Treffen können vielleicht noch fehlende Kenntnisse erworben werden.
Die Landesarbeitsgruppe Malakologie beschäftigt sich mit einer Tiergruppe, von der man normalerweise nur spricht, wenn einzelne Arten bei Massenauftreten im Garten Schaden anrichten. Kaum jemand weiß, dass es in Sachsen etwa 200 verschiedene Schnecken- und Muschelarten gibt. Oft handelt es sich um nur wenige Millimeter große Winzlinge wie die Windelschnecken oder Erbsenmuscheln, die nur ein geübtes Auge in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken kann. 95 Arten sind laut Roter Liste der Land- und Süßwassermollusken Sachsens ausgestorben oder gefährdet. Ein Ziel der LAG Malakologie in den kommenden Jahren ist die umfassende Kartierung der Molluskenarten im Freistaat. Diese Bestandsaufnahme ist sehr wichtig, da große Teile Sachsens noch nie oder zuletzt im 19. Jahrhundert auf ihre Schnecken- und Muschelfauna hin untersucht wurden. Die LAG Malakologie möchte auch eng mit den Staatlichen Umweltfachämtern und den Naturschutzbehörden zusammenarbeiten und beispielsweise die Inventarisierung der Molluskenfaunen in Naturschutzgebieten fachkompetent und nach dem neuesten Stand der Weichtierkunde übernehmen. Viele Land- und Süßwassermolluskenarten lassen als Bioindikatoren auch Aussagen über den Zustand ihres Lebensraumes zu.
Biodiversitätsforschung in Sachsen – Erarbeitung eines Verbreitungsatlas der MolluskenSeit 1994 führt die Kustodie Malakologie des MTD in Zusammenarbeit mit der Kustodie Malakologie des SMNG und seit 2000 auch mit der Landesarbeitsgruppe Malakologie beim NABU Sachsen die Kartierung der Schnecken- und Muschelarten im Freistaat durch. Ziel ist die Erarbeitung eines „Verbreitungsatlas“ sowie die Überarbeitung der Roten Liste der Land- und Süßwassermollusken.Um Aussagen über die Verbreitung einzelner Arten in Vergangenheit und Gegenwart treffen zu können, ist neben der Analyse der bereits für das Territorium des Freistaates publizierten Literatur (Schniebs 1999) und der Erfassung von Belegmaterial in Museums- und Privatsammlungen sowie der Aufnahme aller dieser Daten in einer Computerdatenbank auch die Neuerfassung im Gelände erforderlich. Kritische DatenanalyseBis vor etwa 15 Jahren wurde die Determination sächsischen Molluskenmaterials ausschließlich anhand der Gehäuse oder der äußeren Morphologie und Farbgebung vorgenommen. Deshalb können Literaturdaten zu einer Reihe von Gattungen und Arten, z. B. Radix, Aegopinella, Oxyloma, Lehmannia, Arion, Deroceras, nur bedingt für den Atlas verwendet werden. Besonders deutlich wird dies für die Gattung Stagnicola.
Entdeckung neuer ArtenSeit der letzten publizierten Checkliste der Weichtiere Sachsens (Schniebs et al. 1996) ist die Zahl der nachgewiesenen Schnecken- und Muschelarten von 184 auf 204 angestiegen. Dazu gehören sowohl bisher übersehene einheimische Arten wie Trichia lubomirskii (Erstnachweis für die BRD 1996) und Arion alpinus (Erstnachweis für Sachsen 1996) als auch in den letzten Jahren eingeschleppte Neozoen, z. B. Corbicula fluminea (Erstnachweis für Sachsen 2000) sowie Arten, die erst seit kurzer Zeit als solche anerkannt werden, z. B. Sphaerium nucleus und S. ovale. Gegenwärtig wird in den SNSD mit Hilfe anatomischer und molekular-genetischer Merkmale verstärkt die Verbreitung der Gattungen Oxyloma und Radix im Freistaat erforscht, die bisher noch völlig unbekannt ist. Dies ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Erforschung des Gesamtverbreitungsgebietes dieser Arten.Die Publikation eines vorläufigen Verbreitungsatlas wird in ca. 5 Jahren erfolgen, wenn Großteile Sachsens auf ihre aktuelle Fauna hin untersucht worden sind. |
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