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Wohnungsangebote für elegante und nützliche Untermieter



Als Kulturfolger gehören die eleganten Schwalben – und auch die Mauersegler – eigentlich in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof, in stadtnahe Wohngebiete und in die Städte selbst. Man sieht sie jedoch immer seltener; sie sind zu Sorgenkindern der Naturschützer geworden. Doch nur wenigen Tierarten kann mit so einfachen Mitteln geholfen werden wie den Rauch- und Mehlschwalben und den Mauerseglern. Der Grund dafür liegt in der engen Bindung dieser Vögel an den Menschen und seine Gebäude.

mehlschwalbe
Junge Mehlschwalbe.
Foto: NSI Dresden

Schwalben und Mauersegler

Vier Schwalbenarten gibt es in Mitteleuropa, die bekanntesten sind wohl die Rauchschwalbe und die Mehlschwalbe. Die Oberseite der Rauchschwalbe glänzt schwarzblau, die Unterseite ist rahmweiß gefärbt. Stirn, Kinn und Kehle sind kastanienrot. Kennzeichnend für die Rauchschwalbe sind die stark verlängerten äußeren Schwanzfedern. Im Frühling kommt sie – wie die Mehlschwalbe – aus ihrem afrikanischen Winterquartier zu uns zurück. Ihr Nest baut sie in der Regel an Balken, Vorsprüngen oder an der Wand in Ställen, Scheunen und anderen Gebäuden, selten draußen.

Mit ihrer glänzend blauschwarzen Oberseite und der reinweißen Unterseite ist die Mehlschwalbe sehr kontrastreich gezeichnet. Wichtigstes Erkennungsmerkmal ist der weiße Bürzel. Der kurze Schwanz ist eingekerbt; es fehlen die für die Rauchschwalbe typischen langen Schwanzspieße. Ihre Nester, oft in Kolonien angelegt, befinden sich an der Außenseite von Gebäuden, unter Brücken, gelegentlich auch in Steinbrüchen und im Gebirge an Felswänden.

Er gehört zwar nicht zur Familie der Schwalben, sieht ihnen aber zum Verwechseln ähnlich: der hervorragend an ein Leben in der Luft angepasste Mauersegler. Er hat einen kurzen gegabelten Schwanz und im Gegensatz zu den Schwalben eine dunkle Unterseite. Er baut für seinen Nachwuchs zwar kein Nest; kleine Hohlräume in der Mauer hoher Häuser und Türme sowie ein paar Federn, Halme und der eigene Speichel als Nistmaterial reichen ihm aus, um seine Eier abzulegen und zu brüten. Doch trotz dieser Genügsamkeit hat er bei der Wohnungssuche die gleichen Probleme wie die Schwalben.

mauersegler
Junge Mauersegler.
Foto: NSI Dresden

Wohnungsnöte auf dem Land wie in der Stadt

Der Bestand der Rauch- und Mehlschwalbe ist in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Der Hauptgrund für diese traurige Entwicklung liegt in den zunehmenden Schwierigkeiten der Schwalben, geeignete Nist- beziehungsweise Brutplätze zu finden. Für die Rauchschwalbe sind heute in vielen Ställen keine Einflugmöglichkeiten mehr vorhanden. Auch gibt es infolge des Rückgangs der Viehhaltung und zunehmender Hygiene vielerorts wenig Fliegen, mit denen die Vögel ihre Jungen ernähren könnten. Die Umstellung der Landwirtschaft auf intensiv bewirtschaftete, oft mit Pestiziden behandelte Felder hat ebenfalls für Nahrungsengpässe beim Insektenfresser Schwalbe gesorgt. Ein wichtiger Grund für allgemeine Wohnungsnot der Vögel sind die massenhaft vorgenommenen Sanierungen von Wohnhäusern der Menschen. So verschwinden in unseren Städten ganze Mauerseglerkolonien. Die Mauersegler fliegen dann bis zur Erschöpfung ihre noch im vorangegangen Jahr vorhandenen Brutplätze an, finden sie aber verschlossen.

Hilfe für Rauchschwalbe und Co.

Eine vielgestaltige Kulturlandschaft, die ein reiches Insektenleben zulässt, ist notwendig für das Überleben vieler Vogelarten. Feuchtwiesen, Hecken, naturnahe Bäche verhindern Monotonie in der Landschaft und sind gut für die Artenvielfalt. Die Erhaltung von Wildkräutern an Straßenrändern, der Verzicht auf asphaltierte Feldwege sowie die Neuanlage von Bauerngärten – all das ist Voraussetzung dafür, dass die Schwalben genügend Lehm zum Nestbau und Insekten als Nahrung finden. Aber auch kleine, wenig aufwendige Maßnahmen können helfen, den Bestand der Schwalben und Mauersegler zu sichern.

Öffnungen:

Für die Rauchschwalbe sollten Fenster und andere Öffnungen von Ställen und Scheunen offengehalten werden.

Kotbrettchen:

Wegen der Verunreinigungen, die man nicht dulden möchte, werden immer wieder Schwalbennester entfernt. Die Zerstörung der Nistplätze von Vögeln ist aber nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, und es ist leicht, den Stein des Anstoßes zu beseitigen. Ein 40 Zentimeter langes und 20 Zentimeter breites Brettchen wird mindestens 30 Zentimeter unterhalb des Nestes befestigt und fängt den Kot auf.

Schwalbenbrettchen:

An glatten Wänden können die Schwalben ihre Nester kaum befestigen. Mit an der Mauer befestigten aus einfachen Brettchen hergestellten, oben offenen Kästchen (12 × 12 cm Grundfläche und 2,5 cm Höhe) lassen sich Nisthilfen anbieten.

Pfützen:

Die Schwalbennester bestehen aus Ton, Lehm und Schlamm. Da es oft an diesem Material mangelt, kann schon die Anlage von Pfützen hilfreich sein. An einer Stelle mit möglichst lehmigem Boden wird eine Mulde ausgekratzt und täglich mit Wasser aufgefüllt; bei ungeeignetem Boden kann man das „Baumaterial“ aus einer Lehmgrube beschaffen. Auch am Rande eines Gartenteichs könnte feuchter Lehm zur Verfügung gestellt werden.

Stützbrettchen:

Bei ungeeignetem Nistmaterial kann es, besonders in trockenen Jahren, passieren, dass Nester wegbrechen. Hier helfen kleine Stützbretter, die unter dem Nest angebracht werden, ohne die Vögel zu stören.

Kunstnester:

Dort, wo es den Schwalben nicht möglich ist, ausreichend Lehm für ihre Nester zu finden, empfiehlt sich das Anbringen von Kunstnestern. Sie sind im Fachhandel erhältlich.

Nisthöhlen für Mauersegler:

Gehen bei Sanierungen von Gebäuden Brutplätze verloren, muss nach dem Gesetz ein Ausgleich geschaffen werden. Eine einfache Lösung für den Mauersegler ist das Anbohren hohler Gesimskästen an den sanierten Gebäuden. Die Löcher sollten einen Durchmesser von 5 Zentimetern haben und nicht zu dicht nebeneinander liegen.




Mit relativ geringem Aufwand lassen sich also die Wohnungsnöte von Rauchschwalbe und Co. erheblich lindern. Der Lohn für eine Pfütze oder das Nistbrettchen ist dann die Möglichkeit, die Vögel beim Brüten und der Aufzucht der Jungen ausgiebig beobachten zu können, ohne sie zu stören.

Weitere Informationen über Schwalben

  • „Elegant und unermüdlich. Schwalben“, Faltblatt, herausgegeben vom NABU-Bundesverband.

Weitere Informationen über Mauersegler

  • „Der Mauersegler. Vogel des Jahres 2003“, Broschüre, herausgegeben vom NABU-Bundesverband
  • „Schwalben und Mauersegler. Elegante und nützliche Untermieter“, Faltblatt, herausgegeben vom NABU Sachsen
  • „Schutzmaßnahmen für gebäudebewohnende Tierarten“, Broschüre, herausgegeben vom Naturschutzinstitut, AG Region Dresden
  • „Lebensweise und Gefährdung von schützenswerten gebäudebewohnenden Tierarten sowie erste Erfahrungen beim Schutz dieser Tierarten in Dresden und Umgebung“, Broschüre, herausgegeben vom Naturschutzinstitut, AG Region Dresden
  • „Informationen und Beratung zu Nistmöglichkeiten für Mauersegler“, Friedhelm Hensen, Büro für Naturschutz und ökologisches Bauen.
    Tel.: 0341 3588985