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Naturschutzgroßprojekt „Lausitzer Seenland“Ein Projekt mit ganzheitlichem AnsatzSeit 1999 arbeitet das NABU-Naturschutzinstitut Dresden an einem bedeutenden Großprojekt für nachhaltige Entwicklung, Natur- und Umweltschutz in der ostsächsischen Bergbaufolgelandschaft. Das Projekt verfolgt Naturschutzziele; daneben sollen auch Naturtourismus, umweltgerechte Campingplätze, sanfter Wassersport, der Betrieb von Solarbooten, die Beweidung durch alte Haustierrassen sowie Erlebniswege zum Wandern, Reiten und zum Beobachten (der Vögel beispielsweise) gefördert werden.
Das Projektgebiet gehört zum zentralen Teil des Lausitzer Braunkohlereviers. Von den fünf großen deutschen Braunkohlerevieren beziehungsweise Bergbaufolgelandschaften ist das Lausitzer Revier das mit dem geringsten Sanierungsstand und dem höchsten naturschutzfachlichen Wert, und es ist das größte. Die diesen Landschaftstyp charakterisierenden Lebensräume sind hier noch großräumig und fast unzerschnitten vorhanden: aufgegebene Braunkohletagebaue mit aufsteigendem Grundwasser und in Flutung befindlichen Restseen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Sandheiden, nährstoffarme Kiefernmischwälder und nährstoffarme Weideflächen. Die typischen, deutschlandweit oft sehr seltenen und gefährdeten Tierarten solcher Flächen kommen alle im Projektgebiet vor. Die größte künstlich entstandene Wasserlandschaft Europas entwickelt sich hier. Landschaftsbild und Artenvielfalt des Gebietes sind gleichermaßen faszinierend und nahezu einzigartig in Europa.
Das NSI hat in der ersten Projektphase den umfangreichen Antrag an das Bundesamt für Naturschutz erarbeitet und später in Abstimmung mit verschiedenen Institutionen präzisiert. Die Mitarbeiter des NSI erarbeiteten Unterlagen, die den hohen naturschutzfachlichen Wert einzelner Gebiete und die Eignung von Teilgebieten als Naturschutz-, IBA- beziehungsweise FFH- und EU-Vogelschutzgebiet belegen. Diskussionen mit Verantwortlichen vor Ort und in der Landeshauptstadt mussten geführt, unzählige Absprachen getroffen, Einfluss auf die Sanierung des ehemaligen Kohleabbaugebiets musste genommen werden. Auch Anträge zum Flächenkauf, der insbesondere der Sicherung des Prozessschutzes dient, wurden gestellt. Als Mitgesellschafter des Projektträgers „Lausitzer Seenland Gemeinnützige GmbH“ sieht sich das NSI verpflichtet, den hohen naturschutzfachlichen Ansprüchen nachzukommen, die an dieses Großprojekt mit gesamtstaatlicher Bedeutung gestellt sind. Zu den Aufgaben des NSI gehört dabei unter anderem ein Naturschutzmonitoring mit dem Ziel, die Entwicklung von Fauna, Flora und von Biotopen zu verfolgen und mit Biotop- und Artenschutzmaßnahmen die Landschaft so zu gestalten, dass sich viele vom Aussterben bedrohte Tierarten ansiedeln können. In einem Teilprojekt soll verfolgt werden, welchen Einfluss die Bewirtschaftung mit alten Haustierrassen auf Landschaft, Flora und Fauna hat. So wirkt das Institut mit, ein vorbildliches Naturschutzgroßprojekt zu gestalten und zugleich eine ökologische Regionalentwicklung zu unterstützen. Detaillierte Informationen zum Naturschutzgroßprojekt „Lausitzer Seenland“ finden Sie auf den Internetseiten des NSI Dresden. |
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