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Ein Projekt von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung:

Naturschutz im Presseler Heidewald- und Moorgebiet



Im Süden der Dübener Heide befindet sich einer ihrer schönsten Bereiche: das Presseler Heidewald- und Moorgebiet. Moore, kleine Heideflächen, Wälder und von Wiesen gesäumte Bäche bilden den größten zusammenhängenden Komplex naturnaher Lebensräume in der Leipziger Region und einen Kontrast zu den nahe gelegenen Agrar- und Bergbaufolgelandschaften.
Der 100 Hektar große Zadlitzbruch und der 200 Hektar große Wildenhainer Bruch stellen das Kernstück des Gebietes dar. Hier wurden unter anderen insgesamt 168 Vogelarten registriert, von denen 114 im Gebiet brüten; 350 Großschmetterlingsarten sind belegt; das Alpenlaichkraut, der Edelkrebs und die relativ seltene Zweigestreifte Quelljungfer kommen hier vor.
Um das Presseler Heidewald- und Moorgebiet in seiner Größe und Vielfalt und mit all seinen Schönheiten zu erhalten, gründete sich mit maßgeblicher Unterstützung des NABU-Bundesverbandes 1995 der Zweckverband „Presseler Heidewald- und Moorgebiet“, in dem der NABU Sachsen e. V., der Landkreis Delitzsch und der Landkreis Torgau-Oschatz vertreten sind.
Für das Naturschutzgroßprojekt, das auf einer Fläche von 6700 Hektar realisiert wird, stehen dem Zweckverband bis zum Jahr 2007 umfangreiche finanzielle Mittel für Renaturierungsvorhaben zur Verfügung.

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Bei Tagesanbruch im Moor.
Foto: Dr. Arndt Asperger


Die wichtigste Projektaufgabe ist die großräumige Verbesserung des Wasserhaushaltes zur Rettung der austrocknenden Moore. Das soll unter anderem erreicht werden durch Renaturierung meliorierter Bachauen, welche die Moore über Gebühr entwässert haben. Eine weitere Maßnahme ist der Umbau der Wälder. Dabei werden anstelle von Kiefernforsten standortgerechte Laubwälder entstehen; damit wird auch die Wasserversorgung der Moore verbessert. Wichtig für den dauerhaften Schutz des Gebiets ist neben dem Flächenerwerb die Öffentlichkeitsarbeit. Unter Federführung des NABU sind bereits ein Video (vergriffen) und zwei Landschaftskalender für 2006 entstanden.
Der NABU Sachsen ist nicht nur Mitglied des Zweckverbandes. Eine Reihe wichtiger Aufgaben innerhalb des Großprojektes wird auch direkt durch NABU-Mitglieder realisiert, unter anderem Landschaftspflege, Schutzgebietsbetreuung, ökologische Begleitung von Renaturierungsmaßnahmen und Betreuung spezieller Tierarten, unter anderen des Kranichs. Da Wert auf eine natürliche Regenerierung der Moore gelegt wird, ging den Kranichen eine Wasserfläche als Schlafplatz verloren. Das machte schwierige und zähe Verhandlungen innerhalb der Fachgremien nötig. Doch dank engagierter NABU-Mitglieder konnte auch dieses Problem durch Anlegen eines Ersatzgewässers gelöst werden.

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Bei Tagesanbruch im Moor Zadlitzbruch.
Foto: Dr. Arndt Asperger

Übersicht zu Maßnahmen

Die folgende Übersicht dokumentiert alle in Angriff genommenen biotopersteinrichtenden Maßnahmen, die im Presseler Heidewald- und Moorgebiet realisiert und zu einem kleinen Teil auch vom NABU Sachsen finanziert wurden.

Maßnahmen im Bereich des Wildenhainer Bruchs
  • 1996/1998: Waldumbau (47,3 Hektar). Voranbau von Buche und Eiche unter Kiefernschirm (290000 DM)
  • 1996: Feinaufschluss eines Kiefernjungbestandes (120 Hektar) durch Großraumfräse (90000 DM)
  • 1999: Verschluss von Entwässerungsgräben im Wassereinzugsgebiet des Wildenhainer Bruchs (77000 DM)
  • 1998/1999: Verlegung eines Forstweges im Osten des Wildenhainer Bruchs (130000 DM)
  • 2000/2001: Schaffung einer Freifläche für Kraniche im Wildenhainer Bruch (75000 DM)

Andere Maßnahmen

  • 1998/1999: Renaturierung Pechhüttenteich (686000 DM)
  • 1999: Entschlammung und Abflussregulierung der Schönungsteiche der Kläranlage Falkenberg (47700 DM)
  • 1999/2000: Renaturierung Sirxbach am Abfluss der Kläranlage Falkenberg (40000 DM)
  • 2000/2001: Sanierung des Überlaufbauwerkes des Zadlitzgrabens in den Mühlbach (55000 DM)
  • 2003: Instandsetzung des Winkelmühlenteiches (66000 Euro)
  • 2004: Wiederherstellung und Anstau des Abflusses aus dem Zadlitzbruch an der Kreisstrasse Falkenberg (112000 Euro)