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Arbeitsgruppe „Nordische Wildgänse“



Bereits seit einem Jahrzehnt setzt sich die Regionalgruppe „Südraum Leipzig“ in Zusammenarbeit mit der NFG Ökologische Station Borna-Birkenhain dafür ein, dass die Jagd auf nordische Wildgänse an den Schlafgewässern im Südraum Leipzigs unterlassen wird.
Diese Bemühungen waren sämtlich erfolglos. Vorliegende Meldungen bestätigten sogar, dass auch an den Rastgewässern nördlich von Leipzig intensive Bejagungen an den Schlafgewässern selbst in Naturschutzgebieten stattfinden.
Als Mitglieder im NABU haben wir uns deshalb vor zwei Jahren zur Gründung einer AG „Nordische Wildgänse“ unter dem Dach des Landesverbandes Sachsen entschlossen, nachdem wir in einer spontanen Befragung in Leipzig und im Südraum Leipzigs unter der Bevölkerung eine sehr breite Zustimmung für unser Anliegen zum Schutz der nordischen Gänse erfahren haben.
Wir, das sind aus der NABU-Regionalgruppe Südraum Leipzig Ralf Hausmann und Harald Krug, dazu Frank Koschewski (telekine), Thomas Krönert (NABU-Naturschutzinstitut Wurzen) und als ausgewiesene Fachleute vom VSO Falk Rössger und Rainer Steinbach.

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Bleßgänse auf Grünland.
Foto: Annett Bellmann


Nach den bereits vorliegenden Erfahrungen auch im Umgang mit den Medien bezüglich nordischer Wildgänse haben wir zunächst alle Naturfreunde dazu aufgerufen, uns Jagden an den Schlafplätzen der Wildgänse zu melden, denn solche Jagden stehen im Widerspruch zu den Festlegungen des Erlasses der Staatsregierung vom 18.04.2006 zur Minderung der durch ziehende Gänse verursachten Schäden.
Wir beteiligen uns jedoch auch an Zählungen und an dem seit Oktober 2007 laufenden Monitoringprogramm zur Schaffung naturschutzfachlicher Grundlagen für ein Management für Gänse und Schwäne in der Region Leipzig-Borna-Altenburg.
Und wir arbeiten maßgeblich an der Umsetzung des genannten Erlasses mit – obwohl wir uns bewusst sind, dass es in diesem Erlass vorrangig um die Vermeidung von Schäden durch die Vögel und weniger um deren Schutz geht. Wir sind bemüht, uns in ein Netzwerk einzubringen, dessen Mitglieder erreichen wollen, dass die Jagd auf nordische Gänse völlig aufgegeben wird.
Wir sind der Meinung, dass das Bejagen von Vögeln generell ethisch nicht mehr zu vertreten ist und dass das besonders auf Zugvögel zutrifft. Wir sehen keinen Unterschied zwischen der Jagd auf Falken auf Malta – gegen die sich NABU-Mitglieder vor Ort einsetzen – und der Jagd auf ziehende Gänse.
Als Grundlage unserer Bemühungen haben wir Positionspapiere erarbeitet.
Darüber hinaus bitten wir den Landesvorstand des NABU Sachsen, sich für ein länderübergreifendes Monitoring zur Erfassung der Gänsebestände von den Brutgebieten bis in die Überwinterungsländer und ebenso für einheitliche Richtlinien zum Umgang mit nordischen Gänsen in den betroffenen Ländern einzusetzen, um einem weiteren Bestandsrückgang rechtzeitig entgegenwirken zu können.