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„Wo tanzt das Glühwürmchen?“



Die sächsische Suchaktion „Wo tanzt das Glühwürmchen?“ startete 2009 in ihr drittes und letztes Projektjahr. In diesen Tagen beginnen die Männchen des Glühwürmchens (Lamprohiza splendidula) wieder zu fliegen. Mit Einbruch der Dämmerung erheben sie sich leuchtend in die Luft. Sie sind die einzigen Insekten in unserer Natur, die fliegen und leuchten können, und genau diese beiden Eigenschaften sind es, wonach wir Ausschau halten, um diese Käferart in unserer Natur zu finden.

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Weibchen des Glühwürmchens.
Fotos: Dr. Matthias Nuß


Die bisherigen Projektergebnisse sind überwältigend! Nachdem wir schon im ersten Projektjahr (2007) aus allen sächsischen Altkreisen Glühwürmchenmeldungen erhielten und damit deutlich wurde, dass diese Leuchtkäferart in Sachsen weit verbreitet ist, meldeten die Sachsen im letzten Jahr 2.473 Beobachtungen aus dem Freistaat. Darunter waren ein neuer Höhenrekord im Mittleren Erzgebirgskreis auf 858 m sowie 28 Beobachtungen mit jeweils über 1.000 Männchen. In einem Erlenbruchwald in Nordwestsachsen waren es sogar 60.000 Männchen an einem Abend!
Dank dieser Beobachtungen wissen wir nun, dass die Glühwürmchen besonders Laubwälder mögen, in denen auch im Hochsommer so viel Licht durch die Baumkronen hindurch an den Boden gelangt, dass dort eine krautige Vegetation gedeihen kann. Von dieser Vegetation leben Schnecken, welche die Nahrungsgrundlage der Glühwürmchenlarven darstellen. Genaueres wäre jedoch noch herauszufinden …

Und damit sind wir schon bei den Fragen für dieses Jahr:
  • Hat sich der kalte Winter auf die Glühwürmchen ausgewirkt – fliegen die Käfer an den Fundstellen aus dem letzten Jahr wieder ebenso häufig?
  • Welche Baumarten und krautigen Pflanzen dominieren dort, wo die Glühwürmchen fliegen?
  • Fliegen so viele Glühwürmchen, dass man sie nicht mehr zählen kann, dann sollte ihre Anzahl geschätzt werden. Man zählt einen Wegabschnitt von 100 m aus und rechnet auf die Gesamtlänge des Weges, an dem die Glühwürmchen fliegen, hoch. Oder man zählt die Anzahl auf einer Fläche aus und nimmt im Nachhinein eine Karte zur Hand, um auf die Gesamtfläche, auf der die Tiere flogen, hochzurechnen.
  • Man sollte auf der Glühwürmchenkarte im Internet nachschauen, wo es noch Lücken gibt. In der Lausitz etwa wächst so viel Laubwald, aber in vielen Gebieten scheint es abends nicht zu funkeln. Oder hat nur niemand nachgesehen?
Bis Ende Juli ist nun wieder Glühwürmchenzeit, die um Johanni ihren Höhepunkt erreichen wird. Also nichts wie raus und mitmachen!

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Männchen des Glühwürmchens.
Fotos: Dr. Matthias Nuß


Informationen gibt es im Internet unter www.laternentanz.eu. Dort erfährt man sachsenweit die aktuellen Projekttermine, kann die interaktive Glühwürmchenleuchtkarte einsehen, seine Beobachtungen Online melden, das Faltblatt herunterladen u. v. a. m. Zu finden sind dort auch die Kontaktdaten der Projektpartner, so der regionalen Ansprechpartner, sowie die Adressen für die Bestellung der projektbegleitenden Printmedien (Plakat, Faltblatt, Glühwürmchengeschichte, Postkarte, Leuchtaufkleber).

Im Herbst werden wir die Ergebnisse aus allen drei Projektjahren auswerten und öffentlich bekannt machen. Wir werden dazu auch an dieser Stelle berichten.

Dr. Matthias Nuß, NABU Sachsen, AK Entomologie




Das Projekt wird unterstützt von den Dresdner Künstlern Markward Fischer und Annette von Bodecker-Büttner, die der Frage nachgingen, „wie Glühwürmchen Levon das Tanzen lernte“. Neben der gleichnamigen, farbenfroh bebilderten Geschichte liegen ein Faltblatt mit Informationen zur Aktion, ein Plakat, Postkarten und Aufkleber vor.

Publikationen zum Projekt

Broschur
bwd  Sequenz 1/3  fwd
Illustrationen: © Annette von Bodecker-Büttner


Die Aktion „Wo tanzt das Glühwürmchen?“ wird durchgeführt vom/von der:

  • Landesverein Sächsischer Heimatschutz
    (Projektkoordination),
  • Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt
    (Werbung und Projektförderung),
  • Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege
    (regionale Projektpartner)
  • Arbeitskreis Entomologie im NABU Sachsen
    (wissenschaftliche Betreuung und Datenbearbeitung)

Kontakt

Wissenschaftliche Betreuung Dr. Matthias Nuß
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