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NABU kritisiert sächsische Haushaltsplanung für 2011/2012
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Streuobstsaft







Schon seit vielen Jahrhunderten sind Obstbäume die Begleiter des Menschen und prägen unsere Kulturlandschaft mit. Wo es sich anbot, wurden hochstämmige Obstbäume gepflanzt, in Gruppen, Reihen oder verstreut in der Landschaft stehend, an Bauernhöfen, in Gärten, an Straßen oder Wegen, auf Wiesen. Die Namen dieser Obstsorten kennt heute kaum noch jemand, denn von über 1000 Apfelsorten in Deutschland findet man in den Regalen der Supermärkte höchstens zehn, und diese kommen in der Regel aus großen Plantagen, niederstämmigen Monokulturen. Die Fläche der Streuobstbestände in Deutschland ist seit 1950 ungeheuer stark zurückgegangen, auch die letzten Reste sind gefährdet, unter anderem durch fehlende Pflege.

Doch Streuobstbestände gehören zu den vielfältigsten und – mit über 5000 Tier- und Pflanzenarten – artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie haben enorme Bedeutung für die Erhaltung der Sortenvielfalt, den Klima-, Boden- und Wasserschutz, für das Bild und den Erholungswert einer Landschaft. Und vorläufig gibt es sie auch noch, die Wiesen mit knackigem, duftendem Obst an knorrigen, hochstämmigen, oftmals alten Bäumen. Es gibt sie zum Beispiel im Kohrener Land. Wie überall wurde der Ertrag solcher Streuobstwiesen seit geraumer Zeit auch hier nur selten verwertet. Um das zu ändern, das heißt das Interesse der Wiesenbesitzer zu beleben und ein weiteres Beispiel für regionale Vermarktung zu schaffen, hat der NABU-Landesverband im Rahmen der Landwirtschaftskampagne des NABU 1998 ein Apfelsaftprojekt ins Leben gerufen. In jedem Herbst ernten nun NABU-Mitglieder die Äpfel von den Bäumen einiger Streuobstwiesen im Kohrener Land, der Saft wird separat gepresst und dann an Privatkunden, Einzelhandelsgeschäfte, Gaststätten, Reformhäuser usw. verkauft. Der NABU-Apfelsaft kostet nur wenig mehr als irgendein anderer Apfelsaft, schmeckt aber deutlich besser.

apfelernte
Fleißige Erntehelfer auf einer Streuobstwiese des NABU Sachsen.
Foto: NABU Archiv


Schon 1996 hat auch der NABU-Kreisverband Aue-Schwarzenberg mit einem Apfelsaftprojekt begonnen. An zwei Annahmestellen werden im Herbst Äpfel ausschließlich aus Streuobstbeständen zu einem Preis angenommen, der deutlich über dem üblichen Obstannahmepreis liegt. Die Äpfel werden ebenfalls separat gepresst, der naturtrübe Saft auch auf Märkten und Veranstaltungen angeboten. Das Ziel solcher „Aufpreismodelle“ ist es, den Besitzern von Hochstammobstbäumen Verwertungsmöglichkeiten für ihr Obst zu einem angemessenen Preis zu bieten und so den Erhalt und die Pflege der Hochstammobstbäume und vielleicht sogar Nach- und Neupflanzungen interessanter zu machen. Viele Verbraucher sind gerne bereit, für die Produkte aus ungespritzten Streuobstbeständen etwas mehr zu zahlen, insbesondere wenn ihnen vermittelt wird, dass sie damit zum Erhalt der Bestände beitragen können.

Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Westerzgebirge und dem Pomologenverein hat der Kreisverband Aue-Schwarzenberg außerdem das Projekt „Streuobstwiese – Obstsortengarten – Streuobstlehrpfad Hundshübel“ realisiert. Am vielbegangenen Wanderweg von Hundshübel zur Talsperre Eibenstock entstand ein Streuobstlehrpfad, Anziehungspunkt für Erholungssuchende, der auch dem Erhalt von für die Region typischen und bewährten Obstsorten dient, die hier zur Ansicht und Beurteilung zur Verfügung stehen.


Apfelsaft (Einzelverkauf)

1 Flasche 1,00 € 1,00 €
Pfand 0,15 € 0,15 €
Gesamt 1,15 €
1 Kasten
12 Flaschen 1,00 € 12,00 €
Pfand 0,15 € × 12 Flaschen 1,80 €
Kasten 1,50 € 1,50 €
Gesamt 15,30 €


Abnehmern größerer Apfelsaft-Mengen können nach Absprache Preisnachlässe gewährt werden. Alle Preise enthalten 19 % USt.